Allgemeines   Kontakt   Angebote   Umgebung   Veranstaltungen   Fotos   Einloggen    

Kurze Geschichte von Flevoland

Der Anfang  *
Im Jahre 1916 hatte Dr. Ir. Cornelis Lely den Plan, um die Zuiderzee einzupoldern. Im Vordergrund stand die Gewinnung von Boden für die Landwirtschaft. Man sprach damals schon vom Entwickeln von “neuem” Land. Die Pläne wurden dann im Jahre 1918 vom Parlament gebilligt. Aber bevor man tatsächlich mit den Arbeiten beginnen konnte, musste erst das bestehende Land, auch “altes” Land genannt, inventarisiert werden.  Das alte Land grenzte an die Zuidersee  mit ihren belangreichen Fischerorten Harderwijk, Elburg, Enkhuizen und Kampen. So begann man zunächst die Zuidersee durch den Abschlußdeich zu dichten. 1920 fing man mit diesen Arbeiten an und 12 Jahre später wurde durch Prinzessin Juliana die letzte Lücke geschlossen. Das Ijsselmeer wurde dadurch zur Tatsache.

Der nächste Schritt waren die Entwicklung der Polder wie sie in den Plänen von Herrn Dr. Ir. Cornelis Lely vorgesehen waren. Man sprach von den vier Ijsselmeerpoldern (Wieringermeer, Noordoostpolder, Noordelijk und Zuidelijk Flevoland und Markerwaard). Der Vorteil bei einem neuen Land ist, das man es selbst entsprechend herrichten kann. Man muß keine Rücksicht auf bestehende Dörfer, Flüsse, Wälder oder Seen nehmen. Auf dem Reissbreit kann somit ein Polder entworfen werden. So sind denn die Ijsselmeerpoldern letztendlich mit Hilfe einer Menge von Fachleuten entstanden. 

* entnommen der “Historie Flevoboulevard” von Irma van der Mee, 2006

Die vier Ijsselmeerpolder
Die Landschaften der Ijsselmeerpolder wurden durch Menschen geschaffen. Die Natur selbst ist “aussen vor” geblieben. Das heisst jedoch nicht, daß alle Polder gleich aussehen. Bei der Trockenlegung hatte man bereits für jeden Polder Pläne für eine gesonderte Verwendung.

Der Wieringermeerpolder und der Noordoostpolder waren vornehmlich für die Landwirtschaft gedacht. Der Anbau von Gewächsen zur Versorgung der Bevölkerung war sehr wichtig. Man beschloß daraufhin, Bäume nur längs der Straßen in unfruchtbaren Boden zu pflanzen. Die Dörfer verteilte man in nicht zu großem Abstand von einander im Polder.

Der Noordoostpolder war ohne ein Zwischenmeer (Randmeer) direkt mit dem festen Land verbunden, während der Polder im östlichen Teil etwa einen halben Meter unter NAP “Normaal Amsterdams Peil” liegt, bei Urk sogar bis zu viereinhalb Metern unter NAP. Nach der Trockenlegung stellte man fest, dass der Grundwasserspiegel in Overijssel sank. Das Wasser strömte unterirdisch in den Polder und das angrenzende Land trocknete aus. Bis zum heutigen Tage besteht noch immer dieses Problem. Man lernte daraus, dass es besser ist, um zwischen dem neuen und alten Land ein Zwischenmeer (Randmeer) zu lassen. Bei den neueren Poldern wurde dann auch so verfahren.

Nach dem zweiten Weltkrieg stand die Einpolderung der Gebiete im Süden des Noordoostpolders auf der Tagesordnung. Man begann mit der Trockenlegung von Oostelijk Flevoland. Mit den Erfahrungen, die man mit dem Noordoostpolder gemacht hatte, wurde dem Land sofort eine entsprechende Bestimmung gegeben. Das Gewinnen von Boden für die Landwirtschaft war jetzt nicht mehr der einzige Grund. Man suchte nach Platz, um Industrie auszubreiten bzw. anzusiedeln, Wohnungen zu bauen für die Menschen aus den großen Städten und Natur-und Erhohlungsgebiete zu schaffen. Daraus folgte, dass dreiviertel von Noordelijk Flevoland für die Landwirtschaft genutzt wird. Die Folgen dieser Sichtweise sind heute noch deutlich in der Landschaft zu sehen. In den neuesten Poldern gibt es darum viele Wälder und Naturschutzgebiete. Schöne Beispiele hierfür sind der Harderbos und der Spijk-und Bremerbergbos.

   

Heimatlied
Der entsprechende Text wurde von Mak Zeiler geschrieben, die Musik ist von Riemer van der Meulen.

Freie Übersetzung etwa:

Das Heimatlied von Flevoland

Wo  wir Städte neu entstehen lassen
auf dem Boden der See,
unter Hollands Wolkenhimmel
zählen wir als Zwölfte mit.
Eine Provinz, die dazu gehört,
jüngster Teil von Nederland.
Wo es schön ist, dort zu wohnen,
mein geliebtes Flevoland!

Land von Menschenhand geschaffen,
voll Vertrauen und mit Kraft.
Wo das Meer zurückgedrängt wurde,
das soviel Schreckliches brachte.
Eine Provinz, die dazu gehört,
jüngster Teil von Nederland.
Wo es schön ist, um zu arbeiten,
mein geliebtes Flevoland!

Die Natur kommt hier zur Geltung
Tiere bauen Nester oder Höhlen.
Und die weiten Aussichten
stimmen uns so fröhlich.
Eine Provinz, die dazu gehört,
jüngster Teil von Nederland.
Wo es schön ist, dort zu wohnen,